{"id":12983,"date":"2026-06-02T16:12:02","date_gmt":"2026-06-02T14:12:02","guid":{"rendered":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2026\/06\/02\/jetzt-machen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2026\/"},"modified":"2026-06-02T16:12:02","modified_gmt":"2026-06-02T14:12:02","slug":"jetzt-machen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2026","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2026\/06\/02\/jetzt-machen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2026\/","title":{"rendered":"Jetzt machen: Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026"},"content":{"rendered":"<p>Vom 31. Mai bis 2. Juni fand im brandenburgischen Bad Saarow das elfte Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF) statt. Das Motto lautete: \u201eEine neue (Un)ordnung\u201c. ostdeutschland.info war wieder vor Ort.<\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 lud erneut nach Bad Saarow ein. Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<p>Das \u201eDavos des Ostens\u201c begann bei Sonne satt am \u201eM\u00e4rkischen Meer\u201c, dem Scharm\u00fctzelsee. Aber wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Darauf wiesen unter anderem zwei Studien hin, die auf dem Forum vorgestellt wurden. Das <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/owf-transformationsbarometer-2026-ostdeutschlands-wirtschaft-zweifelt-trotz-chancen\/\">OWF-Transformationsbarometer<\/a> zeigt, dass jedes zweite Unternehmen in Ostdeutschland die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region negativ einsch\u00e4tzt und dass nur 14 Prozent k\u00fcnftig mehr als bisher investieren wollen. Der <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/saarower-kreis\/\">Wettbewerbsreport Ostdeutschland 2026<\/a> stellt fest, dass das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbst\u00e4tigen in den ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4ndern bei etwa 85 Prozent des westdeutschen Niveaus liegt (vor zehn Jahren: 78 Prozent), die Zahl der Erwerbspersonen in Ostdeutschland bis zum Jahr 2035 voraussichtlich um sieben Prozent zur\u00fcckgehen wird und das Medianverm\u00f6gen ostdeutscher Haushalte im Schnitt nur rund ein Viertel des westdeutschen betr\u00e4gt.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">L\u00e4hmende Stagnation<\/span><\/h2>\n<p>Ganz Deutschland befindet sich seit etwa 2019 in einer Endloskrise. Die Wirtschaft anderer L\u00e4nder w\u00e4chst l\u00e4ngst wieder, unsere nicht. F\u00fcr Westdeutschland endete ein Zyklus von 80 Jahren, in denen es im Gro\u00dfen und Ganzen nur bergauf ging. Nun haben sich die Voraussetzungen, unter denen dies m\u00f6glich war, jedoch fundamental ver\u00e4ndert. Diese Entwicklung wurde auf dem OWF mehrfach beschrieben.<\/p>\n<p>Den Osten des Landes trifft die Stagnation aufgrund seines wirtschaftlichen R\u00fcckstandes h\u00e4rter. Er br\u00e4uchte weiterhin eine Spezialbehandlung, aber die ist kaum zu erkennen. Obwohl einige Regionen l\u00e4ngst aufgeschlossen haben, droht der Abstand ganz Ostdeutschlands zum Westen wieder gr\u00f6\u00dfer zu werden.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Ostdeutschland ist keine Defizitregion<\/span><\/h2>\n<p>Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), mahnte, Ostdeutschland nicht als Defizitregion zu stigmatisieren. Denn hier gelinge auch sehr viel und es gebe gro\u00dfes Potenzial. So liege auch das Wirtschaftswachstum h\u00f6her als im Westen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, warnte davor, Ostdeutschland als Defizitregion zu stigmatisieren. Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<p>Vielfach wurde auf dem Forum vorgebracht, dass eine Vision, ein wirtschaftliches Gesamtkonzept, eine Industriestrategie f\u00fcr Deutschland fehle. N\u00f6tig sei eine Schwerpunktsetzung, eine verl\u00e4ssliche Festlegung auf zu f\u00f6rdernde Zukunftstechnologien. Die Sehnsucht nach einem Masterplan lie\u00df einen Redner sogar die Kraft bewundern, die ein (chinesischer) F\u00fcnf-Jahres-Plan entfalte.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Strompreissenkung und B\u00fcrokratieabbau<\/span><\/h2>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpr\u00e4sidentin Manuela Schwesig betonte das gro\u00dfe Wirtschaftspotenzial des Ostseeraumes. Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<p>Die ostdeutschen Landesh\u00e4upter Manuela Schwesig (SPD) und Dietmar Woidke (SPD) hatten eine Kernbotschaft im Gep\u00e4ck: STROMPREIS RUNTER! Der Ministerpr\u00e4sident von Brandenburg forderte dar\u00fcber hinaus, die Wirtschaft auf die Eins zu setzen. Sie finanziere alles andere. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpr\u00e4sidentin Schwesig hob zudem wie schon auf dem <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/spitzentreffen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2025\/\">OWF 2025<\/a> das gro\u00dfe wirtschaftliche Potenzial des Ostseeraumes hervor.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Brandenburgs Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke rief dazu auf, die Wirtschaft zu priorisieren. Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<p>Der dritte anwesende Ministerpr\u00e4sident, Sven Schulze (CDU) \u2013 wie in MV stehen auch in seinem Bundesland in etwa 100 Tagen richtungweisende Wahlen an \u2013 zeigte unter anderem, wie man Genehmigungsverfahren beschleunigen kann. In Sachsen-Anhalt wird gerade eine von drei Verwaltungsebenen aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Auch Karsten Wildberger (CDU), Bundesminister f\u00fcr Digitales und Staatsmodernisierung, berichtete von erfolgten Weichenstellungen. Er hob den Fortschritt bei den Digitalisierungsprojekten Deutschland-Stack und Deutschland-App hervor und betonte die Chancen, die k\u00fcnstliche Intelligenz biete.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Bundeskanzler: \u201eSehr gute Jahre liegen vor uns!\u201c<\/span><\/h2>\n<p>Mit gro\u00dfer Spannung wurde die Rede des Bundeskanzlers erwartet. Den Masterplan f\u00fcr Deutschland hatte Friedrich Merz (CDU) nicht dabei. Auch kein umfassendes Reformpaket, das viele ersehnen. Daf\u00fcr z\u00e4hlte der Bundeskanzler eine Reihe erreichter Fortschritte auf, n\u00f6tige Korrekturen am Kurs der letzten Jahrzehnte. Merz stellte klar, dass es einen \u201eBig-Bang\u201c, der alle Probleme l\u00f6se, auch nicht geben werde. Vehement wandte er sich gegen den vorherrschenden Pessimismus im Land. F\u00fcr diesen gebe es keinen Grund, denn: \u201eEs liegen nicht die besten Jahre unseres Landes hinter uns, aber es liegen sehr gute Jahre vor uns.\u201c Dazu warb er f\u00fcr gemeinsames Handeln \u00fcber Parteigrenzen hinweg. Die AfD ist damit allerdings nicht gemeint. Friedrich Merz machte \u00fcberdeutlich, dass es mit ihm kein Zur\u00fcck vor die Adenauerzeit geben werde, wie es die AfD anstrebe.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Bundeskanzler Friedrich Merz auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum 2026: \u201eEs liegen nicht die besten Jahre unseres Landes hinter uns, aber es liegen sehr gute Jahre vor uns.\u201c Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<p>Ostdeutschland kommt f\u00fcr Bundeskanzler Merz bei der Entwicklung des gesamten Landes eine Schl\u00fcsselrolle zu. Vor allem die starke Forschungslandschaft und das gro\u00dfe Potenzial in Sachen erneuerbare Energien, etwa f\u00fcr die Wasserstoffwirtschaft, seien Tr\u00fcmpfe, die ausgespielt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Ministerpr\u00e4sident Sven Schulze schafft in Sachsen-Anhalt eine Verwaltungsebene ab. Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<h2><span class=\"title-bg\">Einfach mal machen<\/span><\/h2>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Schulze sagte auf dem OWF den Satz: \u201eWir reden auf dem OWF immer dasselbe, aber wir m\u00fcssen es auch mal verstehen.\u201c Tats\u00e4chlich sind Wirtschaftsforen wie das \u201eDavos des Ostens\u201c naturgem\u00e4\u00df \u201eOrte der Worte\u201c. Bei dieser Ausgabe jedoch konnte man den Eindruck gewinnen, dass sich etwas ver\u00e4ndert hat. Statt dem traditionellen \u201eWir m\u00fcssen mal dar\u00fcber nachdenken\u201c hie\u00df es hier des \u00d6fteren \u201eWir haben dies getan und werden als N\u00e4chstes das umsetzen\u201c. Demnach scheint das Handeln-M\u00fcssen angekommen zu sein. Ob das Tempo der Ma\u00dfnahmen reicht, wird bald zu sp\u00fcren sein.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Ministerpr\u00e4sidentin Manuela Schwesig, Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke, OWF-Direktorin Juliane Nandra und OWF-Gr\u00fcnder Frank Nehring (v. l. n. r.). Abbildung: Deutschland &#8211; Land der Ideen\/Brundert, Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/jetzt-machen-das-ostdeutsche-wirtschaftsforum-2026\/\">Jetzt machen: Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/\">ostdeutschland.info<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 31. Mai bis 2. Juni fand im brandenburgischen Bad Saarow das elfte Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF) statt. Das Motto lautete: \u201eEine neue (Un)ordnung\u201c. ostdeutschland.info war wieder vor Ort. Das Ostdeutsche Wirtschaftsforum 2026 lud erneut nach Bad Saarow ein. 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