{"id":12971,"date":"2026-05-15T05:30:00","date_gmt":"2026-05-15T03:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2026\/05\/15\/vertrauen-fuer-den-standort-ostdeutschland-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra\/"},"modified":"2026-05-15T05:30:00","modified_gmt":"2026-05-15T03:30:00","slug":"vertrauen-fuer-den-standort-ostdeutschland-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2026\/05\/15\/vertrauen-fuer-den-standort-ostdeutschland-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra\/","title":{"rendered":"Vertrauen f\u00fcr den Standort Ostdeutschland schaffen. Interview mit der OWF-Direktorin Juliane Nandra"},"content":{"rendered":"<p>Sie ist seit September 2025 Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums und f\u00fchrt es durch eine spannende Zeit. Im Interview wirft Juliane Nandra einen Blick auf das kommende OWF und die wirtschaftliche Lage in der Region.<\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. Sie verantwortet dessen inhaltliche Ausrichtung und Weiterentwicklung. <a href=\"https:\/\/ostdeutscheswirtschaftsforum.de\/\">ostdeutscheswirtschaftsforum.de<\/a>. Abbildung: Deutschland \u2013 Land der Ideen, Brundert\/Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<h2><span class=\"title-bg\">ostdeutschland.info: Frau Nandra, am 31. Mai ist es wieder soweit: In Bad Saarow startet das n\u00e4chste Ostdeutsche Wirtschaftsforum (OWF). Was erwartet die Teilnehmer?<\/span><\/h2>\n<p><strong>Juliane Nandra:<\/strong> Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein OWF, das sich mit den gro\u00dfen wirtschaftlichen Verschiebungen unserer Zeit auseinandersetzt \u2013 und mit der Frage, welche neue Rolle Ostdeutschland dabei einnehmen kann.<\/p>\n<p>Wir erleben nicht einfach nur wirtschaftlich schwierige Jahre, sondern eine echte Neuordnung: Lieferketten ver\u00e4ndern sich, Technologie wird zunehmend zur geopolitischen Ressource, und Wettbewerbsf\u00e4higkeit definiert sich heute st\u00e4rker \u00fcber Resilienz, Energie, industrielle St\u00e4rke und Innovationskraft.<\/p>\n<p>Genau daran kn\u00fcpft unser diesj\u00e4hriges Leitthema \u201eEine neue (Un)Ordnung\u201c an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland und insbesondere Ostdeutschland unter diesen ver\u00e4nderten Bedingungen wettbewerbsf\u00e4hig bleiben kann \u2013 von Industriepolitik und Infrastruktur bis hin zu Digitalisierung, Sicherheit und Investitionen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sehen wir, dass Ostdeutschland heute eine andere Rolle einnimmt als noch vor einigen Jahren. Die Region entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Standort im europ\u00e4ischen Kontext, etwa durch industrielle Ansiedlungen, Energieinfrastruktur oder die wirtschaftliche Vernetzung mit Mittel- und Osteuropa.<\/p>\n<p>Und genau diese Perspektiven wollen wir beim OWF zusammenbringen: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung. Das Ziel lautet, nicht nur Debatten zu f\u00fchren, sondern Orientierung und konkrete Zusammenarbeit zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Wer hat schon zugesagt?<\/span><\/h2>\n<p>Aus der Bundesregierung erwarten wir unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sowie die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser. Au\u00dferdem werden alle ostdeutschen Wirtschaftsministerinnen und -minister vor Ort sein. Gleichzeitig ist uns wichtig, dass beim OWF nicht nur politische Perspektiven vertreten sind, sondern vor allem diejenigen, die Transformation konkret gestalten \u2013 in Unternehmen, Regionen und strategischen Industrien.<\/p>\n<p>Deshalb freuen wir uns auch auf zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Energie, Finanzierung, Digitalisierung, Gesundheitswirtschaft und Forschung, unter anderem von Unternehmen und Institutionen wie SAP, Infineon Technologies, Jenoptik, 50Hertz oder der KfW.<\/p>\n<p>Spannend finde ich in diesem Jahr auch die internationale Perspektive, insbesondere mit Blick auf die wirtschaftlichen Verflechtungen in Europa. Gerade die st\u00e4rkere Vernetzung mit Polen und Tschechien spielt f\u00fcr viele wirtschaftliche Entwicklungen in Ostdeutschland inzwischen eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>Das vollst\u00e4ndige Programm wird fortlaufend aktualisiert und ist <a href=\"https:\/\/ostdeutscheswirtschaftsforum.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">online abrufbar<\/a>.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Blick auf das OWF-Veranstaltungsgel\u00e4nde in Bad Saarow. Das diesj\u00e4hrige OWF findet vom 31. Mai bis 2. Juni 2026 statt. F\u00fcr das Forum hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz zugesagt. Abbildung: Deutschland \u2013 Land der Ideen, Brundert\/Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<h2><span class=\"title-bg\">Sie sind seit September 2025 Direktorin des OWF. Welchen Hintergrund bringen Sie mit?<\/span><\/h2>\n<p>Ich komme selbst aus Ostdeutschland und habe mich in unterschiedlichen Rollen mit Innovation, Technologie und der Frage besch\u00e4ftigt, wie internationale Impulse mit regionaler Entwicklung zusammengebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein pr\u00e4gender Teil meines beruflichen Weges war meine Zeit im Silicon Valley \u2013 unter anderem bei Siemens sowie im Vorstand der German American Business Association. Dort habe ich erlebt, was m\u00f6glich wird, wenn Technologie, Unternehmergeist und Kapital zusammenkommen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in Deutschland habe ich unter anderem an der Gr\u00fcndung des Digital Urban Center for Aging and Health mitgewirkt und sp\u00e4ter bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer die Zusammenarbeit deutscher Unternehmen mit der Au\u00dfenhandelskammer in San Francisco begleitet.<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt hat mich aber auch meine Erfahrung aus dem Familienunternehmen und der Unternehmensnachfolge, verbunden mit der direkten Verantwortung f\u00fcr unternehmerische Entscheidungen unter den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Dadurch habe ich einen sehr konkreten Blick darauf, was wirtschaftliche Unsicherheit und Ver\u00e4nderungen f\u00fcr Unternehmen tats\u00e4chlich bedeuten.<\/p>\n<p>Und genau diese Verbindung finde ich f\u00fcr das OWF heute spannend: internationale Entwicklungen einzuordnen \u2013 und gleichzeitig nah an den Fragen der Unternehmen und Regionen in Ostdeutschland zu bleiben.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Welche Erfahrungen haben Sie seit Ihrem Start als OWF-Direktorin gemacht?<\/span><\/h2>\n<p>Viele Unternehmen stehen wirtschaftlich, technologisch und zunehmend auch geopolitisch unter Druck. Gleichzeitig erlebe ich aber viel Pragmatismus und einen gro\u00dfen Willen, Dinge aktiv zu gestalten, oft auch \u00fcber Branchen, Regionen und L\u00e4ndergrenzen hinweg.<\/p>\n<p>Spannend finde ich auch, wie unterschiedlich Ostdeutschland von au\u00dfen und vor Ort wahrgenommen wird. International wird h\u00e4ufig sehr interessiert auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region geschaut: etwa auf neue Industrieansiedlungen und technologische Entwicklungen. Innerhalb Deutschlands wird dagegen oft noch st\u00e4rker \u00fcber Probleme gesprochen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig nehme ich wahr, dass es vielerorts weniger an Ideen oder Investitionsbereitschaft mangelt als an Vertrauen in die Umsetzbarkeit. Viele Unternehmen w\u00fcnschen sich vor allem mehr Verl\u00e4sslichkeit und Orientierung bei zentralen wirtschaftspolitischen Fragen.<\/p>\n<p>Gerade deshalb sehe ich das OWF als wichtigen Ort f\u00fcr Austausch und Einordnung \u2013 nicht, um Dinge sch\u00f6nzureden, sondern um ein realistischeres Bild auf Chancen, Herausforderungen und Entwicklungen in Ostdeutschland zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird auch auf dem OWF 2026 erwartet. Abbildung: Deutschland \u2013 Land der Ideen, Brundert\/Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<h2><span class=\"title-bg\">In den letzten Jahren hat sich das OWF in der Wahrnehmung einiger Teilnehmer von einem Forum f\u00fcr die ostdeutsche Wirtschaft zu einem internationalen Forum f\u00fcr die deutsche Wirtschaft entwickelt, das wegen der Tradition in Ostdeutschland stattfindet. Wird diese Entwicklung fortgesetzt?<\/span><\/h2>\n<p>Ich w\u00fcrde die Entwicklung etwas anders beschreiben. Aus meiner Sicht wird nicht die Bedeutung Ostdeutschlands kleiner \u2013 sondern gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Viele der Fragen, die wir aktuell diskutieren, verdichten sich in Ostdeutschland besonders stark: industrielle Transformation, Energieinfrastruktur, Fachkr\u00e4fte, k\u00fcnstliche Intelligenz oder die wirtschaftliche Vernetzung mit Mittel- und Osteuropa. Gerade in strategisch wichtigen Bereichen wie Mikroelektronik zeigt sich, welche Bedeutung Ostdeutschland inzwischen f\u00fcr die technologische und industrielle Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands und Europas hat.<\/p>\n<p>Gleichzeitig schauen heute auch internationale Akteure und Unternehmen st\u00e4rker auf Ostdeutschland. Nicht aus regionalpolitischem Interesse, sondern weil hier zentrale Zukunftsfragen f\u00fcr Deutschland und Europa sichtbar werden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich entwickelt sich damit auch das OWF weiter. Aber gerade diese \u00d6ffnung ist aus meiner Sicht kein Widerspruch zum urspr\u00fcnglichen Gedanken des Forums. Im Gegenteil. Das OWF wird internationaler, weil Ostdeutschland strategisch relevanter wird.<\/p>\n<p>Und trotzdem bleibt der Kern derselbe: das Gespr\u00e4ch \u00fcber wirtschaftliche Entwicklung, Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Zukunftsperspektiven in Ostdeutschland \u2013 nur eben eingebettet in einen gr\u00f6\u00dferen europ\u00e4ischen und internationalen Kontext.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Wie geht es der ostdeutschen Wirtschaft derzeit?<\/span><\/h2>\n<p>Die Lage ist ambivalent. Einerseits erleben viele Unternehmen durch hohe Kosten, Fachkr\u00e4ftemangel, schwache Konjunktur und die geopolitische Unsicherheit weiterhin erheblichen Druck. Das sp\u00fcrt man sehr deutlich in Gespr\u00e4chen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig w\u00e4re es falsch, Ostdeutschland nur \u00fcber Krise oder Strukturprobleme zu definieren. Gerade in den vergangenen Jahren sind in vielen Regionen neue industrielle und technologische Kompetenzen entstanden \u2013 von Energieinfrastruktur \u00fcber Mikroelektronik bis hin zu Zukunftsfeldern wie Gesundheitswirtschaft oder klimaneutraler Industrie.<\/p>\n<p>Ich glaube deshalb, dass es aktuell weniger ein Potenzialproblem gibt als ein Vertrauensproblem. Viele Unternehmen haben durchaus den Willen zu investieren und zu transformieren. Aber sie w\u00fcnschen sich mehr Verl\u00e4sslichkeit, schnellere Umsetzung und klarere wirtschaftspolitische Orientierung. Das best\u00e4tigt auch das diesj\u00e4hrige Transformationsbarometer, das wir zum OWF ver\u00f6ffentlichen werden.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser spricht auch auf dem OWF 2026. Abbildung: Deutschland \u2013 Land der Ideen, Brundert\/Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<h2><span class=\"title-bg\">Worin liegen die gr\u00f6\u00dften Chancen f\u00fcr die ostdeutsche Wirtschaft?<\/span><\/h2>\n<p>Ich glaube, eine gro\u00dfe Chance liegt gerade darin, dass viele zentrale Zukunftsthemen in Ostdeutschland besonders stark zusammenkommen.<\/p>\n<p>Die Region spielt eine wichtige Rolle beim Ausbau neuer Energieinfrastruktur, bei der industriellen Transformation und zunehmend auch in strategischen Bereichen wie Mikroelektronik oder dem Aufbau von Datenzentren und digitaler Infrastruktur. Gleichzeitig gibt es vielerorts industrielle Kompetenz, verf\u00fcgbare Fl\u00e4chen und starke Forschungseinrichtungen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die geografische Lage. Die wirtschaftliche Vernetzung mit Mittel- und Osteuropa wird aus meiner Sicht weiter an Bedeutung gewinnen. Gerade entlang der \u00f6stlichen Grenzen entstehen neue wirtschaftliche R\u00e4ume und Wertsch\u00f6pfungsketten, die f\u00fcr Deutschland und Europa strategisch relevant werden.<\/p>\n<p>Und vielleicht ist genau das die gr\u00f6\u00dfte Chance: Dass Ostdeutschland zunehmend als Standort wahrgenommen wird, an dem neue industrielle und technologische Entwicklungen konkret entstehen.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Davos, OMR \u2013 gibt es Vorbilder f\u00fcr das OWF?<\/span><\/h2>\n<p>Was das OWF besonders macht, ist die Verbindung aus wirtschaftspolitischer Debatte, industrieller Realit\u00e4t und regionaler Perspektive. Wir sprechen nicht nur \u00fcber Trends oder Innovationen, sondern sehr konkret dar\u00fcber, wie Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Transformation und neue Wertsch\u00f6pfung unter realen Bedingungen entstehen.<\/p>\n<p>Dazu kommt der besondere Ort. Ostdeutschland ist f\u00fcr viele der aktuellen Zukunftsfragen l\u00e4ngst kein Randthema mehr, sondern ein sehr konkreter Erfahrungs- und Entwicklungsraum \u2013 etwa mit Blick auf Industrie, Energie, Infrastruktur, Digitalisierung oder technologische Souver\u00e4nit\u00e4t. Das verleiht vielen Diskussionen eine besondere Bodenhaftung.<\/p>\n<p>Und vielleicht ist das auch der Unterschied zu manchen anderen Formaten: Das OWF versteht sich weniger als B\u00fchne oder Festival, sondern st\u00e4rker als Arbeits- und Gespr\u00e4chsraum. Wir bringen sehr unterschiedliche Perspektiven in einem vergleichsweise engen Raum zusammen \u2013 aus Politik, Wirtschaft, Technologie, Finanzierung und Regionen. Genau daraus entstehen oft die spannendsten Gespr\u00e4che, weil strategische Debatten und konkrete Erfahrungen direkt aufeinandertreffen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Unter dem Leitthema \u201eEine neue (Un)Ordnung\u201c warten auf die Besucher des OWF 2026 spannende Vortr\u00e4ge und Diskussionen. Abbildung: Deutschland \u2013 Land der Ideen, Brundert\/Marquardt<\/p>\n<\/div>\n<h2><span class=\"title-bg\">Was unterscheidet das OWF vom MACHN, das direkt im Anschluss in Leipzig stattfinden wird?<\/span><\/h2>\n<p>Beide Formate erg\u00e4nzen sich sehr gut, denn sie setzen unterschiedliche Schwerpunkte.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/das-machn-wird-internationaler-interview-mit-marco-weicholdt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MACHN<\/a> bringt auf eine sehr spannende Weise Themen wie Gr\u00fcndung, Kreativit\u00e4t, neue Technologien und Unternehmergeist zusammen und hat damit eine ganz eigene Dynamik entwickelt.<\/p>\n<p>Das OWF setzt st\u00e4rker auf den strategischen Austausch zwischen Politik, Wirtschaft und Industrie, also auf Themen wie Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Transformation, Energie, Investitionen oder technologische Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was beide Formate verbindet, ist der Blick nach vorn und die Frage, wie Ostdeutschland seine wirtschaftliche Zukunft gestalten kann.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Welchen Einfluss kann der Ausgang der diesj\u00e4hrigen Landtagswahlen in Ostdeutschland auf die Wirtschaft im Osten haben?<\/span><\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Wirtschaftliche Entwicklung braucht Verl\u00e4sslichkeit, Planungssicherheit und Vertrauen in stabile demokratische Rahmenbedingungen. Das ist gerade in Zeiten gro\u00dfer wirtschaftlicher und geopolitischer Ver\u00e4nderungen besonders wichtig.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen treffen Investitionsentscheidungen \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume hinweg. Daf\u00fcr brauchen sie nicht nur gute Standortbedingungen, sondern auch das Gef\u00fchl, dass politische Entscheidungen nachvollziehbar und verl\u00e4sslich bleiben.<\/p>\n<p>Ich glaube deshalb, dass die zentrale Frage weniger parteipolitisch ist, sondern vielmehr lautet: Wie schaffen wir ein Umfeld, in dem Unternehmen, Fachkr\u00e4fte und Investorinnen und Investoren langfristig Vertrauen in den Standort haben?<\/p>\n<p>Gerade f\u00fcr Ostdeutschland ist das entscheidend, weil die Region aktuell vor wichtigen wirtschaftlichen Weichenstellungen steht. Daf\u00fcr braucht es ein Umfeld, das offen, verl\u00e4sslich und attraktiv f\u00fcr Investitionen, Talente und Innovationen bleibt.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr Ostdeutschland?<\/span><\/h2>\n<p>Durch meine Zeit im Silicon Valley habe ich erlebt, wie stark der Blick auf M\u00f6glichkeiten und Umsetzung sein kann. Nat\u00fcrlich wird dort auch nicht alles besser gemacht. Aber die Grundhaltung ist oft st\u00e4rker davon gepr\u00e4gt, Chancen zu sehen und Dinge m\u00f6glich machen zu wollen.<\/p>\n<p>Manchmal w\u00fcnsche ich mir diesen Blick auf M\u00f6glichkeiten auch st\u00e4rker in Deutschland \u2013 gerade, wenn wir \u00fcber Ostdeutschland sprechen. Nat\u00fcrlich ist die Stimmung derzeit vielerorts angespannt, und die wirtschaftlichen Herausforderungen sind real.<\/p>\n<p>Aber gleichzeitig entstehen hier gerade neue industrielle und technologische Strukturen mit gro\u00dfer strategischer Bedeutung, die Wirtschaft und Gesellschaft bereits heute ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ich erlebe in vielen Unternehmen und Regionen einen gro\u00dfen Gestaltungswillen und viel Pragmatismus. Vielleicht sollten wir den Blick deshalb h\u00e4ufiger auf das richten, was m\u00f6glich ist und auf die Chancen, die gerade entstehen.<\/p>\n<p>Wer diese Diskussionen vor Ort verfolgen und mitgestalten m\u00f6chte, kann sich noch bis zum 20. Mai f\u00fcr das OWF <a href=\"https:\/\/ostdeutscheswirtschaftsforum.de\/konferenz\/tickets\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anmelden<\/a>.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Vielen Dank und bis bald in Bad Saarow.<\/span><\/h2>\n<p><em>Die Fragen stellte Robert Nehring.<\/em><\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/vertrauen-fuer-den-standort-ost-schaffen-interview-mit-der-owf-direktorin-juliane-nandra\/\">Vertrauen f\u00fcr den Standort Ostdeutschland schaffen. Interview mit der OWF-Direktorin Juliane Nandra<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/\">ostdeutschland.info<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist seit September 2025 Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums und f\u00fchrt es durch eine spannende Zeit. Im Interview wirft Juliane Nandra einen Blick auf das kommende OWF und die wirtschaftliche Lage in der Region. Juliane Nandra ist Direktorin des Ostdeutschen Wirtschaftsforums. 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