{"id":12967,"date":"2026-05-07T05:30:00","date_gmt":"2026-05-07T03:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2026\/05\/07\/vintage-kickz-eine-erfolgsgeschichte-aus-sachsen-anhalt\/"},"modified":"2026-05-07T05:30:00","modified_gmt":"2026-05-07T03:30:00","slug":"vintage-kickz-eine-erfolgsgeschichte-aus-sachsen-anhalt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2026\/05\/07\/vintage-kickz-eine-erfolgsgeschichte-aus-sachsen-anhalt\/","title":{"rendered":"Vintage &amp; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt"},"content":{"rendered":"<p>Mit 16 Jahren gr\u00fcndete Linus Pliske aus Halle (Saale) sein Unternehmen \u201eVintage &amp; Kickz\u201c. Was mit dem Verkauf von Sneakern begann, ist heute ein angesagter Onlineshop f\u00fcr Designerprodukte.<\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen \u201eVintage and Kickz\u201c nominiert f\u00fcr den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Bj\u00f6rn Menzel<\/p>\n<\/div>\n<p>Der 22-J\u00e4hrige Linus Pliske erzielt vor allem mit dem Verkauf von gebrauchten Handtaschen einen Jahresumsatz in Millionenh\u00f6he. Eine eigentlich unglaubliche Erfolgsstory.<\/p>\n<p>Der junge Mann schlie\u00dft eine Gittert\u00fcr auf. Eine Alarmanlage ist installiert. Es gibt Videokameras. Alles in diesem Haus erinnert an einen Hochsicherheitstrakt. \u201eWir haben hier sehr viel Geld in die Sicherheit investiert\u201c, sagt Linus Pliske. Dieser hohe Standard ist notwendig f\u00fcr das, was der 22-J\u00e4hrige zusammen mit seinen Mitarbeitenden in diesem Geb\u00e4ude treibt. Es steht irgendwo im Raum Halle. Der genaue Standort des Lagers darf aus Sicherheitsgr\u00fcnden nicht verraten werden.<\/p>\n<p>Anders sieht es beim Firmensitz aus. Er befindet sich in der Hallenser Innenstadt. Hier ist <a href=\"https:\/\/vintageandkickz.de\/\">Vintage &amp; Kickz<\/a> auf rund 700 Quadratmetern zu Hause \u2013 ein Onlineshop f\u00fcr gebrauchte Designerprodukte. Linus Pliske ist Gr\u00fcnder, Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in einer Person. Mit der professionellen Aufarbeitung sowie dem Handel von Handtaschen renommierter Designer wie Louis Vuitton, Chanel oder Prada agiert er sehr erfolgreich. Das Gesch\u00e4ft w\u00e4chst jedes Jahr. Die Anzahl der Mitarbeitenden auch.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Vater meldete Firma an<\/span><\/h2>\n<p>Doch wie konnte es zu diesem Erfolg kommen? Und wie kommt \u00fcberhaupt ein 16-J\u00e4hriger auf die Idee, mit hochwertigen Handtaschen zu handeln? In einem Alter, in dem anderen ein paar Euro Taschengeld der Eltern reichen. Linus Pliske war damals so jung, dass er nicht mal eine eigene Firma anmelden durfte. Sein Vater \u00fcbernahm diesen Schritt f\u00fcr ihn und \u00fcbertrug ihm das Unternehmen zu seinem 18. Geburtstag.<\/p>\n<p>Linus Pliske zieht seinen Mantel aus und setzt sich in einen Sessel. Er tr\u00e4gt ein wei\u00dfes Hemd, seine Krawattennadel ist einem Golfschl\u00e4ger nachempfunden. Der Sessel steht im sogenannten Showroom \u2013 ein sechs Meter hoher Raum mit Stuck an der Decke. In diesem Raum liegen hochwertige Handtaschen in Regalen, Designermode h\u00e4ngt auf Stangen. Hier werden Videos f\u00fcr die Social-Media-Kan\u00e4le der Firma produziert.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Zu Beginn verkaufte Pliske mit einem Freund Sneaker im Internet. Er stieg jedoch schnell auf den Verkauf von Vintage-Designerhandtaschen um. Abbildung: Bj\u00f6rn Menzel<\/p>\n<\/div>\n<p>Alles begann im Jahr 2019. Pliske war damals Abiturient. Zusammen mit seinem Kumpel Tobias Huber kaufte und verkaufte er hippe Schuhe im Internet. Die Sneaker waren sehr angesagt und die jungen M\u00e4nner fanden sie selber cool. Doch das Gesch\u00e4ft mit den Schuhen probierten damals auch viele andere aus. \u201eIch kam dann ziemlich schnell auf die Idee mit den Taschen\u201c, erz\u00e4hlt Pliske. Vor allem weil die Designerst\u00fccke sehr best\u00e4ndig in ihrem Wert seien und es einen Gebrauchtmarkt im Grunde nicht gegeben habe.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Zertifikate zur Sicherheit<\/span><\/h2>\n<p>Es bieten zwar immer wieder private Verk\u00e4uferinnen und Verk\u00e4ufer ihre exklusiven Taschen im Internet an. Aber gerade bei den nicht gerade g\u00fcnstigen St\u00fccken von bekannten Designermarken gibt es ein Problem. \u201eIn diesem Bereich sind sehr viele F\u00e4lschungen auf dem Markt\u201c, sagt der Unternehmer. Ein Laie k\u00f6nne oft die echten von den gef\u00e4lschten Taschen nicht unterscheiden. Genau das \u00fcbernimmt Vintage and Kickz. Linus Pliske berichtet, dass er und sein Team durch ihre inzwischen jahrelange Erfahrung jedes unechte St\u00fcck entdecken w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u201eWir haben da ein geschultes Auge\u201c, sagt er und kann ausf\u00fchrlich davon berichten, mit welchen Kniffen die Hersteller ihre Marken sch\u00fctzen und woran gef\u00e4lschte Taschen zu erkennen sind. Die Hallenser pr\u00fcfen alle ihre Waren auf Authentizit\u00e4t und vergeben sogar Zertifikate, die die Echtheit der Produkte best\u00e4tigten. F\u00fcr die Echtheitspr\u00fcfung nutzen Pliske und seine Mitarbeitenden auch ein eigens entwickeltes KI-Tool. Das System wird seit 2023 mit Daten originaler St\u00fccke aus dem eigenen Bestand \u201egef\u00fcttert\u201c und best\u00e4tigt die Echtheit zus\u00e4tzlich \u2013 mit einer Trefferquote von knapp 98 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eDas Tool ist bereits seit M\u00e4rz 2025 voll im Einsatz und inzwischen das Herzst\u00fcck unserer Arbeit, weil wir so noch konsequenter sicherstellen k\u00f6nnen, dass alle Artikel in unserem Bestand zertifiziert original sind\u201c, sagt Pliske. Das Thema Echtheit ist nicht nur beim Verkauf wichtig, sondern auch beim Einkauf der gebrauchten Ware. Denn Linus Pliske will nat\u00fcrlich keine F\u00e4lschungen in seinem Lager haben.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Sattlerei repariert die Taschen<\/span><\/h2>\n<p>Eine Tasche, die alle Pr\u00fcfungen bestanden hat, durchl\u00e4uft dann einmal alle Stationen in den R\u00e4umlichkeiten der Firma. Die Designerst\u00fccke werden aufwendig gereinigt, von Ger\u00fcchen befreit, aufgearbeitet und bei Bedarf sogar repariert. Dazu hat Vintage and Kickz eine eigene Sattlerei. Hier sitzen internationale Handwerkskr\u00e4fte mit Spezialisierung auf Lederarbeiten, denn gelernte Sattler gibt es nicht mehr viele in Deutschland. \u201eWir kooperieren auch mit einer kleinen Sattlerei aus Halle\u201c, sagt der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Die Taschen werden so originalgetreu wie m\u00f6glich wieder hergestellt.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Pliskes Mitarbeitende setzen die Designerhandtaschen f\u00fcr den Onlineshop in Szene. Abbildung: Bj\u00f6rn Menzel<\/p>\n<\/div>\n<p>Danach kommen sie in einen weiteren Raum, in dem alle Produkte professionell fotografiert werden. Im eigenen Internetshop sind sp\u00e4ter bis zu 25 Motive der jeweiligen Taschen zu sehen. Dann bekommen alle Produkte eine genaue Beschreibung sowie einen Preis und werden in den Onlineshop gestellt. Die Mitarbeitenden einer weiteren Abteilung k\u00fcmmern sich um die Werbung, die haupts\u00e4chlich \u00fcber Social-Media l\u00e4uft. \u201eWir werden weiterempfohlen oder sind zum Beispiel \u00fcber Instagram bekannt\u201c, sagt Linus Pliske.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Gr\u00f6\u00dferer Firmensitz gesucht<\/span><\/h2>\n<p>Dieser ganze Aufwand lohnt sich. Der Shop f\u00fcr hochwertige Second-Hand-Designerbekleidung und -Taschen hat mittlerweile zehntausende Kundinnen und Kunden. Aus ganz Europa kaufen Interessierte ihre exklusiven Taschen, Accessoires und Mode bei Vintage and Kickz. Vor allem aus Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien kommen die Bestellungen. Linus Pliske wollte zwar eigentlich nach dem Abitur studieren, doch bisher fehlte ihm die Zeit daf\u00fcr. \u201eIch habe 80 bis 100 Stunden pro Woche gearbeitet\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Umsatz und Gewinn sollen auch in den kommenden Jahren weiter steigen. Mehr noch: Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer m\u00f6chte sein Lager sowie die Logistik in ein gr\u00f6\u00dferes Geb\u00e4ude umziehen lassen. Daf\u00fcr sucht er aktuell nach passenden Angeboten. \u201eIch m\u00f6chte in Sachsen-Anhalt bleiben, sehr gern nat\u00fcrlich in Halle\u201c, sagt er.\u00a0 Am liebsten w\u00e4re ihm ein ausrangiertes Geb\u00e4ude einer Bank oder ein ehemaliges Gef\u00e4ngnis. \u201eDenn da gibt es schon sehr viele Vorkehrungen f\u00fcr die Sicherheit\u201c, so der Unternehmer. Die Luxuswaren haben einen hohen Wert und sie zu lagern ist eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p>Bei allen Entwicklungen soll eine Sache auf jeden Fall so bleiben, wie sie ist \u2013 die Produkte seiner Firma. \u201eMein ganzes Leben sind Handtaschen\u201c, sagt der 22-J\u00e4hrige bei der Verabschiedung.<\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/erfolgsgeschichte-vintage-designerhandtaschen\/\">Vintage &amp; Kickz: Eine Erfolgsgeschichte aus Sachsen-Anhalt<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/\">ostdeutschland.info<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 16 Jahren gr\u00fcndete Linus Pliske aus Halle (Saale) sein Unternehmen \u201eVintage &amp; Kickz\u201c. Was mit dem Verkauf von Sneakern begann, ist heute ein angesagter Onlineshop f\u00fcr Designerprodukte. Linus Pliske ist mit seinem Unternehmen \u201eVintage and Kickz\u201c nominiert f\u00fcr den Wirtschaftspreis Sachsen-Anhalt 2026. Abbildung: Bj\u00f6rn Menzel Der 22-J\u00e4hrige Linus Pliske erzielt vor allem mit dem Verkauf von gebrauchten Handtaschen einen Jahresumsatz in Millionenh\u00f6he. Eine eigentlich unglaubliche Erfolgsstory. Der junge Mann schlie\u00dft eine Gittert\u00fcr auf. Eine Alarmanlage ist installiert. Es gibt Videokameras. 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