{"id":12907,"date":"2025-12-15T15:15:00","date_gmt":"2025-12-15T14:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2025\/12\/15\/chemiegipfel-ostdeutschland-fuenf-punkte-plan-zur-rettung-der-branche\/"},"modified":"2025-12-15T15:15:00","modified_gmt":"2025-12-15T14:15:00","slug":"chemiegipfel-ostdeutschland-fuenf-punkte-plan-zur-rettung-der-branche","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2025\/12\/15\/chemiegipfel-ostdeutschland-fuenf-punkte-plan-zur-rettung-der-branche\/","title":{"rendered":"Chemiegipfel Ostdeutschland: F\u00fcnf-Punkte-Plan zur Rettung der Branche"},"content":{"rendered":"<p>Die Verb\u00e4nde der ostdeutschen Chemie- und Pharmaindustrie haben beim Chemiegipfel in B\u00f6hlen am 15. Dezember 2025 einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung gerichtet. 63.000 Arbeitspl\u00e4tze seien gef\u00e4hrdet. Die Zeit des Redens sei vorbei \u2013 jetzt m\u00fcsse gehandelt werden.<\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Die Leiterin der IGBCE Stephanie Albrecht-Suljak, die Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Nordostchemie-Verb\u00e4nde Nora Schmidt-Kesseler, die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser, der Wirtschaftsminister Sachsens Dirk Panter, der Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalts Sven Schulze und der Wirtschaftsminister Brandenburgs Daniel Keller auf dem Chemiegipfel in B\u00f6hlen (von links nach rechts). Abbildung: Tom Schulze.<\/p>\n<\/div>\n<p>In Anwesenheit der drei Wirtschaftsminister Daniel Keller (Brandenburg), Dirk Panter (Sachsen) und Sven Schulze (Sachsen-Anhalt) sowie rund 150 weiteren Personen aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften \u00fcbergaben die Vertreterinnen des <a href=\"https:\/\/www.vci.de\/startseite.jsp\">Verbands der Chemischen Industrie<\/a>, des <a href=\"https:\/\/www.nordostchemie.de\/\">Landesverbands Nordost<\/a>, des Arbeitgeberverbands und der Gewerkschaft <a href=\"https:\/\/igbce.de\/igbce\/vor-ort\/in-der-region\/landesbezirke-und-bezirke\/landesbezirk-nordost\">IGBCE Nordost<\/a> ihre gemeinsame Erkl\u00e4rung \u201eZukunft der ostdeutschen Chemie- und Pharmabranche und der Raffineriewirtschaft sichern\u201c an die Ostbeauftragte der Bundesregierung Elisabeth Kaiser.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung fordert konkrete Schritte, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Branche zu verbessern und die Chemiearbeitspl\u00e4tze in Ostdeutschland zu sichern. Sie umfasst f\u00fcnf zentrale Punkte:<\/p>\n<p><strong>Besch\u00e4ftigung und industrielle Wertsch\u00f6pfung sichern:<\/strong> Verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen f\u00fcr industrielle Produktion, Verbundstrukturen und St\u00e4rkung der Tarifbindung.<br \/>\n<strong>Resilienz und Wertsch\u00f6pfungsketten st\u00e4rken:<\/strong> Anerkennung der systemrelevanten Rolle der Branche f\u00fcr die Versorgungssicherheit.<br \/>\n<strong>Zuverl\u00e4ssige Energieversorgung gew\u00e4hrleisten:<\/strong> Neuausrichtung der Energiewende mit Fokus auf Versorgungssicherheit, grundlastf\u00e4hige Kraftwerksleistung auch im Osten aufbauen.<br \/>\n<strong>Klimapolitik und Wettbewerbsf\u00e4higkeit vereinen:<\/strong> Reform des EU-Emissionshandelssystems und Verl\u00e4ngerung der kostenfreien Zertifikatezuteilung.<br \/>\n<strong>B\u00fcrokratieabbau und schnellere Genehmigungen:<\/strong> Digitalisierte Prozesse und systematische Reduzierung regulatorischer Belastungen.<\/p>\n<p>In ihrer Rede erkl\u00e4rte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Nordostchemie-Verb\u00e4nde: \u201eWir erleben gerade, wie eine jahrzehntelang aufgebaute industrielle Substanz in Ostdeutschland zu zerbr\u00f6seln droht. Wenn wir nicht sofort gegensteuern, verlieren wir nicht nur Arbeitspl\u00e4tze, sondern auch ganze Wertsch\u00f6pfungsketten und damit den wirtschaftlichen Wohlstand ganzer Regionen. Die Politik muss verstehen: Uns helfen jetzt keine weiteren Pr\u00fcfauftr\u00e4ge, sondern konkrete Entscheidungen.\u201c<\/p>\n<p>Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin der IGBCE Nordost, verdeutlichte: \u201eDie Chemie-Besch\u00e4ftigten in Ostdeutschland sind auf der Zinne: Nicht nur, dass sie angesichts dutzender Schlie\u00dfungs- und Abbaupl\u00e4ne um die Zukunftsperspektiven f\u00fcr sich und ihre Familie f\u00fcrchten. Sie sch\u00fctteln auch den Kopf dar\u00fcber, wie industrielle Kernkompetenzen aufgegeben werden. Die Chemie ist R\u00fcckgrat der Industrie \u2013 hier im Chemiecluster in Mitteldeutschland, im Osten wie im ganzen Land. Deshalb m\u00fcssen wir jetzt dringend gemeinsam die Grundlagen f\u00fcr ihren Turnaround legen, statt ihren Niedergang zu beklagen. Das funktioniert nur mit schnellen und entschlossenen Notma\u00dfnahmen der Politik.\u201c<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">30-Milliarden-Euro-Industrie in Ostdeutschland in Gefahr<\/span><\/h2>\n<p>Die ostdeutsche Chemie- und Pharmaindustrie besch\u00e4ftigt mehr als 63.000 Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von \u00fcber 30 Milliarden Euro. Laut VCI Nordost und IGBCE Nordost h\u00e4ngen an jedem Chemiearbeitsplatz drei bis vier weitere Jobs in Zuliefererunternehmen und angrenzenden Branchen. Aufgrund ihrer besonderen Verbundstruktur sind die ostdeutschen Standorte den Verb\u00e4nden zufolge besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Dominoeffekte bei Anlageschlie\u00dfungen.<\/p>\n<p>Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze begr\u00fc\u00dfte in seiner Rede den Schulterschluss von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Politik f\u00fcr eine wettbewerbsf\u00e4hige Transformation der Chemieindustrie.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze sprach auf dem Chemiegipfel die Herausforderungen f\u00fcr die ostdeutsche Chemiebranche an. Abbildung: CDU Sachsen-Anhalt, Rayk Weber<\/p>\n<\/div>\n<p>Er sprach \u00fcber die Herausforderungen f\u00fcr den Chemiestandort Ost. Seiner Meinung nach leidet die Branche unter erheblichen Wettbewerbsnachteilen, da die Energiepreise im internationalen Vergleich sehr hoch sind. Die unzureichende Auslastung der Kapazit\u00e4ten und drohende Schlie\u00dfungen w\u00fcrden die Notwendigkeit schneller Ma\u00dfnahmen verdeutlichen. Schulze sagte: \u201eDie Situation ist dramatisch und duldet keinen weiteren Aufschub. Die Politik muss jetzt handeln, um die Wettbewerbsf\u00e4higkeit unserer Chemieindustrie zu stabilisieren und langfristig zu sichern.\u201c<\/p>\n<p>Schulze richtete auch einen Appell an die Europ\u00e4ische Union: \u201eAlle europ\u00e4ischen Entscheidungstr\u00e4ger sind jetzt gefordert, den besonderen Stoffverbund hier im Mitteldeutschen Chemiedreieck zu erhalten und zukunftssicher weiterzuentwickeln. Diese Schl\u00fcsselindustrie ist ein Garant f\u00fcr Innovation und wirtschaftliche Stabilit\u00e4t in Ostdeutschland.\u201c<\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/chemiegipfel-ostdeutschland-fuenf-punkte-plan-zur-rettung-der-branche\/\">Chemiegipfel Ostdeutschland: F\u00fcnf-Punkte-Plan zur Rettung der Branche<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/\">ostdeutschland.info<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verb\u00e4nde der ostdeutschen Chemie- und Pharmaindustrie haben beim Chemiegipfel in B\u00f6hlen am 15. Dezember 2025 einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung gerichtet. 63.000 Arbeitspl\u00e4tze seien gef\u00e4hrdet. Die Zeit des Redens sei vorbei \u2013 jetzt m\u00fcsse gehandelt werden. 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