{"id":12899,"date":"2025-11-27T06:30:40","date_gmt":"2025-11-27T05:30:40","guid":{"rendered":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2025\/11\/27\/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen\/"},"modified":"2025-11-27T06:30:40","modified_gmt":"2025-11-27T05:30:40","slug":"ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/havelnetz.de\/kunden\/mpw\/2025\/11\/27\/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen\/","title":{"rendered":"Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #9: Die Prignitz \u2013 zwischen den Metropolen"},"content":{"rendered":"<p>In weniger als einer Stunde mit dem ICE in Berlin oder Hamburg \u2013 mit ihrer Lage zwischen den beiden gr\u00f6\u00dften St\u00e4dten Deutschlands kann die Prignitz bei Firmenansiedlungen punkten. Doch noch ist der Standortvorteil zu wenig bekannt. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm.<\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Der Gewerbepark Karst\u00e4dt\/Postlin. Abbildung: Wirtschaftsfo\u0308rdergesellschaft Prignitz mbH<\/p>\n<\/div>\n<p>Gr\u00fcnheide ist fern \u2013 doch die Gigafactory des US-amerikanischen Autokonzerns Tesla in der kleinen Gemeinde im Speckg\u00fcrtel des boomenden S\u00fcdosten Berlins zieht ihre Kreise bis in die Prignitz. Andreas Ditten, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Wirtschaftsf\u00f6rdergesellschaft Prignitz sagt: \u201eAuch wir sp\u00fcren den Tesla-Effekt.\u201c Zwar steht der Landstrich an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern nicht im Fokus der Automobilindustrie, aber die lokalen Wirtschaftsf\u00f6rderer versp\u00fcren ein gesteigertes Interesse an Gewerbefl\u00e4chen, seit der US-Milliard\u00e4r Elon Musk Brandenburg auf die internationale Landkarte der Top-Wirtschaftsstandorte gehievt hat.<\/p>\n<p>Insbesondere das Tempo, mit dem Tesla seine Autofabrik in Brandenburg hochziehen konnte, habe Eindruck hinterlassen, wei\u00df Ditten zu berichten. Auch von einer Intel-Fabrik in Magdeburg k\u00f6nne die Prignitz profitieren, ist sich der Wirtschaftsf\u00f6rderer sicher. Ditten versteht die Wirtschaftsf\u00f6rderung aber nicht nur als Anlaufstelle f\u00fcr Investoren, sondern auch als Netzwerker f\u00fcr bereits angesiedelte Firmen.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Blick auf Wittenberge mit dem Gewerbegebiet Wittenberge S\u00fcd. Abbildung: Wirtschaftsfo\u0308rdergesellschaft Prignitz mbH<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Prignitz kann vor allem mit ihrem Standortvorteil punkten: die Lage zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg. Im Bahnverkehr mit dem ICE-Halt in Wittenberge einfach zu erreichen und auf der Stra\u00dfe an der A 24, der Achse zwischen Berlin und Hamburg. In den ersten 15 bis 20 Jahren nach der Wende orientierte sich die Prignitz stark nach Hamburg, heute z\u00e4hlt sie zur Metropolregion Berlin-Brandenburg. \u201eUnser Standortvorteil muss noch bekannter gemacht werden\u201c, wei\u00df Ditten, dass die Prignitz als Wirtschaftsregion vor allem noch mehr \u00d6ffentlichkeitsarbeit ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Noch besser lie\u00dfe sich der Standort vermarkten, g\u00e4be es nicht die ewige Dauerbaustelle der A 14, die die Prignitz an die ostdeutschen Landeshauptst\u00e4dte Magdeburg und Schwerin anbinden soll. Die Planung f\u00fcr die Nord-S\u00fcd-Verbindung hatte bereits 2008 begonnen. \u201eDie A 14 ist ein klassisches Beispiel f\u00fcr das, was sich in Deutschland \u00e4ndern muss. F\u00fcr ein St\u00fcckchen Autobahn brauchen wir 20 Jahre \u2013 das geht so nicht mehr\u201c, machte Ministerpr\u00e4sident Dietmar Woidke anl\u00e4sslich einer Kabinettssitzung der Potsdamer Landesregierung in der Prignitz im Sommer 2023 seinem Unmut Luft. Konkret wartet der Abschnitt zwischen der Elbe und Karst\u00e4dt auf die Vollendung. Immerhin wurde j\u00fcngst der Planfeststellungsbeschluss erlassen. Mit der Fertigstellung ist 2028 zu rechnen.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Wirtschaft in ruhigem Fahrwasser<\/span><\/h2>\n<p>Trotz der b\u00fcrokratischen Gem\u00e4chlichkeit beim Ausbau der Infrastruktur hat sich die Wirtschaft rund um Wittenberge, Pritzwalk, Perleberg und Karst\u00e4dt gut entwickelt. \u201eUnsere Wirtschaft ist breit aufgestellt\u201c, sagt Andreas Ditten. Der Vorteil: Von den Krisen einzelner Branchen in den letzten Jahren blieb die Prignitz einigerma\u00dfen verschont. \u201eWir befinden uns da in ruhigerem Fahrwasser\u201c, so Ditten.<\/p>\n<p>Zu den S\u00e4ulen der Wirtschaft z\u00e4hlen unter anderem das Ern\u00e4hrungsgewerbe, die metallverarbeitende Industrie, die Erzeugung erneuerbarer Energien, Chemie und Pharma sowie die Logistik. Die Unternehmen sind nicht nur regional, sondern auch auf internationalen M\u00e4rkten unterwegs. Beispielsweise die 2001 gegr\u00fcndete Prignitz Mikrosystemtechnik mit Standorten in Wittenberge und Weisen, die mit \u00fcber 100 Besch\u00e4ftigten weltweit Drucksensoren, Temperaturtransmitter und F\u00fcllstandssonden vertreibt. Das Unternehmen ist hochinnovativ, lebt mehrheitlich vom Export und hat aktuell Drucksensoren f\u00fcr die wachsende Wasserstoff-Industrie entwickelt. Aber auch in Bau- und Landwirtschaftsmaschinen, in der Erd\u00f6lf\u00f6rderung oder der industriellen Prozesssteuerung finden die Sensoren aus der Prignitz Anwendung.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Traditionsunternehmen in der Prignitz: die Meyenburger M\u00f6bel GmbH. Abbildung: Wirtschaftsfo\u0308rdergesellschaft Prignitz mbH<\/p>\n<\/div>\n<p>\u00dcber eine lange Tradition in der Region verf\u00fcgt der M\u00f6belhersteller Meyenburger M\u00f6bel GmbH, hervorgegangen aus einer 1946 gegr\u00fcndeten Tischlerei. Das ber\u00fchmte Billy-Regal oder die Kommodenserie Malm des schwedischen M\u00f6belgiganten IKEA werden in Meyenburg gefertigt. Die voll automatisierte Produktion von Mitnahmem\u00f6beln gilt als Spezialit\u00e4t der \u00fcber 500 Mitarbeitenden. Der M\u00f6belproduzent ist mit seinen zwei Werken am Meyenburger Stadtrand einer der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber der Prignitz.<\/p>\n<p>Zu den Prignitzer Traditionsunternehmen z\u00e4hlt auch das Zahnradwerk Pritzwalk mit fast 200 Besch\u00e4ftigten \u2013 f\u00fchrend in der Herstellung von hochpr\u00e4zisen Zahnr\u00e4dern. Als Partner der Baubranche und Hersteller von klimaschonendem Schall- und Feuchtigkeitsschutz f\u00fcr Geb\u00e4ude hat sich die Gefinex GmbH ebenfalls in Pritzwalk einen Namen gemacht.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Erfolgreiche Ansiedlungen schufen Arbeitspl\u00e4tze<\/span><\/h2>\n<p>Nicht so traditionsreich am Standort, aber ebenfalls ein wichtiger Arbeitgeber ist der \u00f6sterreichische D\u00e4mmstoffhersteller Austrotherm, der sich 2013 in Wittenberge angesiedelt hat. Es ist mit mehr als 70 Mitarbeitenden das einzige deutsche Werk des Unternehmens. Austrotherm hat sich auf energiesparende W\u00e4rmed\u00e4mmung spezialisiert. In Wittenberge werden so etwa wasser- und druckresistente XPS-D\u00e4mmplatten sowie die Austrotherm Uniplatte, eine Bauplatte f\u00fcr Sanit\u00e4rr\u00e4ume, gefertigt und von dort an den deutschen Baufachhandel geliefert. Trotz kriselnder Baubranche hat Austrotherm zuletzt drei Millionen Euro in eine Solaranlage investiert, um nachhaltiger und energiesparender produzieren zu k\u00f6nnen \u2014 ein Bekenntnis zum Standort.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Spatenstich f\u00fcr die neue PV-Anlage f\u00fcr Austrotherm D\u00e4mmstoffe, v. l. n. r.: Thomas G\u00f6tz (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz), Oliver Hermann (B\u00fcrgermeister Stadt Wittenberge), Lars Peter und Alexander Sinner (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Austrotherm D\u00e4mmstoffe GmbH) sowie Jonas Kothy (Projektentwicklung, Standortleitung Dresden Faber Solartechnik GmbH). Abbildung: Austrotherm, Jens Wegener<\/p>\n<\/div>\n<p>In Wittenberge stellt die MV Pipe Technologies GmbH Rohre f\u00fcr die Brandschutzindustrie her. Die Tochtergesellschaft der Minimax Viking Gruppe gilt im Landkreis als eine der wichtigsten Ansiedlungen der vergangenen Jahre. Seit 2017 finden die Rohre aus Wittenberge ihren Weg in Brandschutzanlagen von Automobil- und Kraftwerken, B\u00fcrogeb\u00e4uden oder Rechenzentren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Chemie- und Pharmaindustrie der Region steht unter anderem die zur malaysischen IOI Group geh\u00f6rende IOI Oleo GmbH in Wittenberge mit einer breiten Palette oleochemischer Produkte f\u00fcr die pharmazeutische und kosmetische Industrie. Das zur chinesischen Sirio Pharma Group geh\u00f6rende Werk Ayanda expandiert hingegen am Standort Falkenhagen als Produzent von Gelatinekapseln f\u00fcr Nahrungserg\u00e4nzungs- und Arzneimittel.<\/p>\n<p>Ebenfalls im Gewerbepark Falkenhagen produziert der US-Konzern Glatfelter mit mehr als 400 Mitarbeitenden seit 1996 Zellulose-Fasern im Airlaid-Verfahren. Dem Hauptbestandteil Zellulose werden je nach Produkt zus\u00e4tzlich Chemiefasern, Pulver oder Granulate beigemischt. Die Produkte kommen in Hygieneartikeln, in der Medizin und in der Gastronomie zum Einsatz \u2013 so zum Beispiel in Windeln, Binden oder Einlegesohlen.<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfter Arbeitgeber der Region ist aber das Werk Wittenberge der Deutschen Bahn Fahrzeuginstandhaltung. Ein Standort, der auf eine Geschichte bis ins Jahr 1876 zur\u00fcckblicken kann. Heute ist das Werk auf die Modernisierung und Instandhaltung von Reisezugwagen spezialisiert.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Ern\u00e4hrungswirtschaft bedeutender Faktor<\/span><\/h2>\n<p>In der Potenzialregion, wie sich die Prignitz werbewirksam selbst nennt, finden Besucher neben der Industrie vor allem auch viel Natur vor. Das entdecken auch immer mehr Reisende: Verglichen mit 2019 stieg die Zahl der \u00dcbernachtungen in der Prignitz 2023 um 21,8 Prozent, gegen\u00fcber dem Vorjahr um 1,8 Prozent auf 514.537 \u00dcbernachtungen.<\/p>\n<p>Touristen sch\u00e4tzen den l\u00e4ndlichen Raum an der Elbe, die Weite und Ruhe. Er ist aber auch ein idealer Standort f\u00fcr die Ern\u00e4hrungswirtschaft. Am Ortsrand von Dallmin etwa produziert die Firma Avebe Kartoffelst\u00e4rke f\u00fcr die Lebensmittelindustrie und neuerdings auch Kartoffeleiwei\u00dfe f\u00fcr vegane Produkte. Die Avebe Kartoffelst\u00e4rkefabrik Prignitz\/Wendland GmbH ist Teil einer in den Niederlanden ans\u00e4ssigen Genossenschaft. Kartoffeln werden in Dallmin im \u00dcbrigen schon seit 1911 verarbeitet. Auch Haferflocken kommen aus der Prignitz, genauer gesagt aus Karst\u00e4dt und das auch schon seit 1870. Heute zeichnet f\u00fcr Haferflocken und M\u00fcsli die Avena Cerealien GmbH, ein Unternehmen der Flechtorfer M\u00fchlengruppe, verantwortlich und verarbeitet dazu in Karst\u00e4dt mehr als 40.000 Tonnen Hafer j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Schlachtbetrieb der Region in Perleberg mit 400 Besch\u00e4ftigten wechselte Anfang des Jahres den Besitzer. Der Schlachthof Uhlen aus Nordrhein-Westfalen \u00fcbernahm den Schweineverarbeitungsbetrieb von der niederl\u00e4ndischen Vion Food Group. Das letzte Milchwerk der Prignitz in Karst\u00e4dt allerdings wurde vor drei Jahren geschlossen.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Erneuerbare Energien r\u00fccken in den Fokus<\/span><\/h2>\n<p>\u201eDie Prignitz ist f\u00fcr ganz unterschiedliche Branchen interessant, nicht nur f\u00fcr die Ern\u00e4hrungswirtschaft und die Logistik mit der N\u00e4he zu den Metropolen\u201c, sagt Wirtschaftsf\u00f6rderer Ditten. Vor allem die Energiebranche entdeckt den Nordosten Brandenburgs zunehmend. Bei erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne ist die Region bereits gut aufgestellt. Auf der Wunschliste der Wirtschaftsf\u00f6rderer stehen nun zum Beispiel Batteriespeicherwerke oder Wasserstoff-Kraftwerke.<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\">\n<p class=\"wp-caption-text\">Modell der k\u00fcnftigen Wasserstoff-Fabrik der Firma Enertrag in Falkenhagen. Abbildung: Enertrag<\/p>\n<\/div>\n<p>Den Anfang macht die brandenburgische Firma Enertrag mit einer geplanten Wasserstoffproduktionsanlage im Gewerbepark Prignitz-Falkenhagen. Das Vorhaben umfasst den Bau einer Elektrolyseanlage mit 130 MW Leistung. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. Der Gewerbepark eignet sich vor allem, weil die anliegende Ontras-Gasleitung komplett auf Wasserstoff umgestellt werden kann. Von dem Vorhaben erhoffen sich die Wirtschaftsf\u00f6rderer eine Signalwirkung f\u00fcr weitere Ansiedlungen. Die geplante Investition von 150 bis 200 Millionen Euro ist Bestandteil des Verbundprojektes doing hydrogen, das den Grundstein f\u00fcr ein fl\u00e4chendeckendes Wasserstoffnetz in Ostdeutschland legen soll.<\/p>\n<p>Umstrittener in der lokalen Bev\u00f6lkerung wegen der m\u00f6glichen Verkehrs- und Geruchsbel\u00e4stigung ist das Vorhaben des Shell-Konzerns, an der k\u00fcnftigen Autobahn 14 in Karst\u00e4dt in einer Biomethananlage aus j\u00e4hrlich rund 500.000 Tonnen G\u00fclle und Mist Biomethan zu produzieren, das sp\u00e4ter im Ruhrgebiet zu Fl\u00fcssiggas f\u00fcr den Lkw-Verkehr weiterverarbeitet werden soll.<\/p>\n<h2><span class=\"title-bg\">Landesgartenschau als Initialz\u00fcndung<\/span><\/h2>\n<p>Auch Thomas G\u00f6tz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz GmbH und als solcher Leiter der Wirtschaftsf\u00f6rderung f\u00fcr die St\u00e4dte Wittenberge und Perleberg, sieht die Wirtschaft in der Prignitz auf einem guten Weg, kennt aber auch die gegenw\u00e4rtigen H\u00fcrden f\u00fcr eine weitere Expansion: Zum einen fehlen wie in ganz Brandenburg Fachkr\u00e4fte, zum anderen m\u00fcssen weitere Gewerbefl\u00e4chen noch neu entwickelt werden. \u201eIn Wittenberge und Perleberg konzentrieren wir uns auf Ansiedlungen, die maximale Wertsch\u00f6pfung in der Region garantieren. Da geht es um Unternehmen in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung bis 200 Mitarbeitenden\u201c, sagt G\u00f6tz. Zu den Aufgaben der Wirtschaftsf\u00f6rderer geh\u00f6rt es dabei auch, die weichen Faktoren wie etwa attraktive Innenst\u00e4dte zu entwickeln, um das Wohnen in der Prignitz lebenswerter zu gestalten. Zumal die Prignitzer hoffen, dass viele Hauptst\u00e4dter wegen der explodierenden Mieten in Berlin auch ins weitere Umland ziehen werden.<\/p>\n<p>Gerade in Wittenberge setzt man diesbez\u00fcglich auf den Werbeeffekt der Landesgartenschau 2027 in der Elbestadt. Ein Schl\u00fcsselprojekt f\u00fcr eine nachhaltige Stadtentwicklung soll die Leistungsschau der Landschaftsg\u00e4rtner f\u00fcr die Industriestadt im Wandel werden. Wittenberge erh\u00e4lt dazu unter anderem vom Bund eine Millionenspritze f\u00fcr die Sanierung des historischen Bahnhofsgeb\u00e4udes. Gastronomie, Coworker und Existenzgr\u00fcnder, aber auch ein bahnnahes Ausbildungszentrum sollen in das Geb\u00e4ude einziehen. Zur Landesgartenschau, so der Plan, wird der Bahnhof seinem Beinamen \u201eTor zu Prignitz\u201c wieder alle Ehre machen. \u201eDie Landesgartenschau wird ein Sprung in der Attraktivit\u00e4t der Stadt werden\u201c, ist sich TGZ-Chef G\u00f6tz sicher.<\/p>\n<p><strong>Prignitz<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Region: Landkreis Prignitz (75.945 Einwohner)<br \/>\nSt\u00e4dte: Wittenberge (16.965 Einwohner), Perleberg (12.025), Pritzwalk (11.753 Einwohner)<br \/>\nNachbarregionen: Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt), Landkreis L\u00fcchow-Danneberg (Niedersachsen), Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg)<br \/>\nBranchen: Landwirtschaft, Energie, Metallbau, Chemie &amp; Pharma, Holzindustrie, Bau, Logistik<br \/>\nVerkehr:<br \/>\nStra\u00dfe: Autobahnen A 24 und A 14; Bundesstra\u00dfen B 189, B 5<br \/>\nSchiene: ICE-Anbindung Berlin-Hamburg<br \/>\nWasser: Bundeswasserstra\u00dfe Elbe<br \/>\nGewerbegebiete: 7<br \/>\nArbeitslosenquote: 8,5 Prozent<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><em>Ein Beitrag des Re<\/em><em>daktionsnetzwerks Wirtschaft+Markt (dort zuerst erschienen am 19. April 2024).<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/ostdeutsche-wirtschaftsregionen-9-die-prignitz-zwischen-den-metropolen\/\">Ostdeutsche Wirtschaftsregionen #9: Die Prignitz \u2013 zwischen den Metropolen<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/ostdeutschland.info\/\">ostdeutschland.info<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In weniger als einer Stunde mit dem ICE in Berlin oder Hamburg \u2013 mit ihrer Lage zwischen den beiden gr\u00f6\u00dften St\u00e4dten Deutschlands kann die Prignitz bei Firmenansiedlungen punkten. Doch noch ist der Standortvorteil zu wenig bekannt. Ein Wirtschaft+Markt-Beitrag von Matthias Salm. Der Gewerbepark Karst\u00e4dt\/Postlin. Abbildung: Wirtschaftsfo\u0308rdergesellschaft Prignitz mbH Gr\u00fcnheide ist fern \u2013 doch die Gigafactory des US-amerikanischen Autokonzerns Tesla in der kleinen Gemeinde im Speckg\u00fcrtel des boomenden S\u00fcdosten Berlins zieht ihre Kreise bis in die Prignitz. 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